Exklusivrechte und Urheberrecht

Wie weit darf ein Fotograf gehen? in Gedanken

Man soll sich ja möglichst immer von seiner besten Seite zeigen und nur nichts Negatives durchklingen lassen. Vor allem dann nicht, wenn es um die Kollegen geht. Aber im vergangenen Jahr wurde ich auf einen Fall von „Konkurrenz unter Fotografen“ aufmerksam, der mich emotional sehr beschäftigte, und deshalb will ich kurz etwas dazu schreiben.

Die Rede ist von einer etablierten Fotografin, die eine talentierte junge Nachwuchsfotografin auf Unterlassung verklagte, weil diese ein Pferd an der selben Location fotografiert hatte wie sie zuvor. Das wäre alleine schon unschön genug, wenn nicht eben diese Altgediente sich selbst schon mehrfach bei der Location- und Motivwahl stark von den Kollegen hätte „inspirieren“ lassen. Hinzu kommt, daß diese Person bei jeder Gelegenheit ihre „Konkurrenz“ direkt oder indirekt verunglimpft und ihren Partnerhöfen verbietet, mit anderen Fotografen zusammenzuarbeiten.

Wozu das alles? Und warum diese Doppelmoral?

Ich frage mich, wie sehr so jemand von Angst bestimmt sein muß, wenn er es nötig hat, die Konkurrenz mit solchen Mitteln kurz zu halten. Klar, der Wettbewerb unter den Fotografen wird nicht weniger und die Konkurrenz schläft nicht. Aber ist eine solche Vorgehensweise denn nicht äußerst kurzsichtig? Wäre es nicht besser, den Wettbewerb als etwas Positives zu begrüßen und mit der Zeit zu gehen, statt mit Verboten und Klagen wild um sich zu fuchteln? Denn wie lange kann so etwas wohl funktionieren, bis das Karma zurückschlägt…?

Als potentielle Kundin würde es mir schon übel aufstoßen, wenn ein Fotograf ungefragt über die Konkurrenz herziehen würde. Wenn derjenige dann noch darauf bestehen würde, der einzige Fotograf am Hof zu bleiben, dann würde ich schnellstens das Weite suchen.

Das heißt…?

Mein Résumé an die Kunden unter den Lesern: Paßt auf, was ihr unterschreibt, bevor ihr mit einem Fotografen zusammenarbeitet.

Und an die Fotografen: Konkurrenz ist etwas Gutes. Es ist genug Geschäft für alle da. Gute Leute werden immer gefragt bleiben. Und die Energie, die manche dafür aufwenden, anderen das Leben schwer zu machen, wäre viel besser in den Ausbau der eigenen Fähigkeiten und die Verbesserung des Kundenerlebnisses investiert.

In diesem Sinne allen Fotografen, Kunden und Lesern ein schönes, erfolgreiches und friedliches Jahr 2017. Bleiben wir einander gewogen :-)

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Über Birgit:

Pferdemensch, Vegetarier, Naturkind durch und durch.
Nach Ausbildungen in Pferdewirtschaft und Mediengestaltung und mehrjähriger Berufspraxis habe ich meine Leidenschaft, die Fotografie, zum Beruf gemacht. Mehr…

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