Hundefotografie / Tips&Tricks

Fotografie im Tierschutz: 10 Tips für bessere Vermittlungsfotos

Du liebst es, Tiere zu fotografieren und willst dich für den Tierschutz engagieren? Prima, denn gute Tierfotos geben einem Interessenten schon vorab einen Eindruck von einem Tier und tragen damit einen wichtigen Teil zu einer erfolgreichen Vermittlung bei.

Darüber hinaus ist es einfach eine erfüllende Tätigkeit und der Umgang mit den Tieren, die bisher nicht so viel Glück im Leben hatten, ist ungemein bereichernd.

Meistens ist es aber gar nicht so leicht, Vermittlungstiere gut zu fotografieren. Die Wenigsten von ihnen sind schon in den Genuß einer guten Erziehung gekommen, manche sind scheu und einige sogar traumatisiert und/oder körperlich beeinträchtigt. Dazu muß man oft in Innenräumen bei suboptimalem Licht arbeiten.

Ich engagiere mich schon seit ein paar Jahren ehrenamtlich im Tierschutz und habe dabei einige Sachen gelernt, die ich dir hier weitergeben möchte. Mit diesen Tips gelingen dir bestimmt von jedem Vermittlungs-Vierbeiner bessere Fotos.

Übrigens: Die folgenden Bilder sind mit Tieren aus dem Tierheim Ostermünchen entstanden. Bei den Outdoorfotos waren alle Hunde zu jeder Zeit angeleint oder auf dem Freilaufgelände des Tierheims, Leinen wurden ggf. in der Bildbearbeitung entfernt.

1. Nimm einen Assistenten mit

Zu zweit geht alles leichter. Am Anfang habe ich oft versucht, die Tiere alleine zu fotografieren. Mittlerweile ist nach Möglichkeit immer ein Assistent dabei. Denn die meisten Tiere denken gar nicht daran, an der gewünschten Stelle zu verharren, bis das Bild im Kasten ist. Ein Assistent kann zB den Hund halten oder ihm Sicherheit vermitteln (oder die Miez zum Spielen animieren), während du die Kamera auf ihn/sie richtest.

Solche Bilder gelingen mit einem Helfer deutlich leichter.

2. Im Kasten ist besser als perfekt

Gerade (aber nicht nur) mit jungen Tieren geht es beim Fototermin oft turbulent zu. Sie stehen keine Sekunde still und sind von jedem Grashüpfer abgelenkt. Hier gelten also verwendbare Bilder vor künstlerischer Perfektion. Den Gedanken, dein nächstes Galeriestück im Tierheim zu produzieren, solltest du also erstmal in den Hintergrund stellen. Aber wer weiß… ;)

Eine extrem wuselige Junghündin, die eigentlich nur Augen für ihre "Schwester" hatte :-)

3. Nimm dir Zeit und lern’ das Tier kennen

Eine Zweiminutensession führt nur selten zum nächsten Starbild in der Tierheimzeitung. Meistens wollen die Fluffies nicht gleich so wie wir und manche müssen erst einmal ihre Scheu vor dem unbekannten Zweibeiner überwinden. Nicht wenigen ist auch der schwarze Kasten, der da auf sie gerichtet wird, eher unheimlich.

Wenn ich Zeit habe, verbinde ich eine Hunde-Fotosession zunächst mit einem kleinen Spaziergang mit dem Hund. So kann er mich ein wenig kennenlernen und Vertrauen fassen. Außerdem freut sich Wuffi über jede Abwechslung zum oftmals eher eintönigen Tierheimalltag.

Bei Katzen lege ich mich gerne auf die Lauer. Zwischen Streicheleinheiten und Spiel entstehen dann ganz nebenbei die gewollten Charakterbilder.

Dieses junge Katerle ist extrem begeistert von Spielzeug aller Art.

4. Zeig’ die Vorzüge und Eigenheiten des Tieres

Gerade bei Katzen sind ruhige, sachliche Abbildungen des Aussehens meist schwer umzusetzen. Sie sind immer in Bewegung und nehmen dabei nur selten Rücksicht auf unseren Wunsch, ein Foto von ihnen zu machen. Ich fotografiere Katzen daher am liebsten so, daß ihre Persönlichkeiten optimal zur Geltung kommen:

Einen leidenschaftlichen Jäger beim wilden Spiel, einen Schmuser beim Gekraultwerden, aber auch eine noch eher ängstliche Persönlichkeit beim skeptisch Schauen.

Auch bei Hunden kann man schon anhand des Fotos deutlich machen, ob es sich um einen aufgeweckten oder eher gemütlichen Vertreter handelt, für was er zu begeistern ist und was er weniger gern mag.

Nicht wenige Tiere haben aus ihrem bisherigen Leben auch Narben oder Behinderungen davon getragen. Hier geht es nicht darum, etwas zu verheimlichen, sondern du solltest vielmehr dein Augenmerk darauf legen, die liebenswerten Eigenheiten zu betonen und zu zeigen, daß ein Tier auch mit einem Handicap ein wunderbarer und glücklicher Begleiter sein kann.

5. Nimm Rücksicht auf die Individualdistanz

Egal ob Hund oder Katze: Nicht jeder ist begeistert, wenn man ihm mit der Kamera auf die Pelle rückt. Es versteht sich daher von selbst, daß man das Tier nicht in eine Situation bringt, wo es sich nicht wohlfühlt. Auch aus einigem Abstand lassen sich liebenswürdige Tierbilder machen.

Crumble ist die Kamera noch etwas suspekt, aber er gibt sein Bestes.

6. Bestechen erlaubt!

Um den Vierbeiner zum Mitmachen zu motivieren, ist Spielzeug das Mittel der Wahl. Hunde stehen meist auf Quietschies oder Kauknochen, Katzen mögen alles, was klein ist, raschelt und sich bewegt. Manche Tiere sind dagegen eher futtermotiviert; hier solltest du vorher mit den Pflegern für jeden Einzelfall abklären, ob Füttern ok ist und welches Futter erlaubt ist.

7. Achte auf einen freundlichen Gesichtsausdruck

Wer sich ein bißchen mit Tieren auskennt, der weiß sofort, ob das Tier auf einem Bild sich bei der Aufnahme wohlgefühlt hat oder wie ihm zumute war. Wenn du den Fototermin für das Tier mit etwas Angenehmem verbindest, werden auch die Bilder später einen positiveren Eindruck hinterlassen.

Bei so einem lieben Gesicht kann ja nur ein Schatz drinstecken, und genauso ist es auch.

8. Wähle einen ruhigen Hintergrund

Wenn du die Möglichkeit hast, mit dem Tier rauszugehen, dann suche dir einen ruhigen Hintergrund mit schönem Licht. Eine Wiese am Waldrand ist allemal besser als der Parkplatz im Gewerbegebiet. Zur Not tut es aber auch eine Hecke.

Falls du im Gebäude bleiben mußt, dann kannst du zB auch eine einfarbige Decke als Hintergrund aufhängen.

Auch der junge Tobi hat seine Menschen gefunden.

9. Nutz’ das vorhandene Licht

Orientiere dich an der jeweils stärksten Lichtquelle. In Innenräumen ist das meistens das Fensterlicht, aber manchmal ist auch eine künstliche Lichtquelle (Deckenleuchte) die bessere Wahl. Generell empfiehlt es sich, mit dem Licht im Rücken zu fotografieren, damit ein gleichmäßiges Licht auf das Tiergesicht fällt.

Ein Blick zwischen Skepsis und Neugier im überdachten Freigehege des Tierheims.

10. Kurze Belichtungszeit

Habe ich es schon gesagt? Tiere sind schnell! ;-)

Genauso schnell sollte auch deine Belichtungszeit sein. Ich empfehle bei Tierportraits eine Belichtungszeit von 1/500sek oder kürzer.

Mila in Aktion.

Haben dir diese Tips weitergeholfen? Hast du noch Fragen oder weitere Vorschläge? Dann laß es mich in den Kommentaren wissen. Wenn du mehr über die Tierfotografie lernen willst, kannst du auch einen meiner nächsten Foto-Workshops für Tierfotografie besuchen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen nächsten Tierheimfotos und würde mich freuen, von dir zu hören! :-)

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Ich bin Birgit Zimmermann, hauptberufliche Tierfotografin und Künstlerin, spezialisiert auf Pferde- und Hundefotografie. Seßhaft bei Ebersberg, helfe ich Kunden aus dem Raum München, Rosenheim, Starnberg, ganz Bayern und darüber hinaus, ihre geliebten Tiere in berührenden Fotokunstwerken zu verewigen.

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© Grit Siwonia