Was haben Loriot, die Wittelsbacher und Paris Hilton gemeinsam?

Ein Ausstellungsbesuch bei #BNMArtDogs im Nationalmuseum

Region Aktiv, Unterwegs · 456 Worte

Es ist früher Abend, als ich aus dem Bus steige. Das Bayerische Nationalmuseum hebt sich gegen den blauen Himmel ab wie eine leuchtende Felswand im letzten Abendlicht; die knallroten Plakate verraten, warum wir heute hier sind:

Die Ausstellung „Treue Freunde. Hunde und Menschen“ hat zum Bloggerwalk geladen.

Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Neugier betrete ich die heiligen Hallen; eine bunte Truppe an Bloggern ist schon versammelt. Es sind Leute mit ganz verschiedenen Hintergründen, die in den Genuß dieser Sonderführung kommen. Denn die Kuratoren der Ausstellung machen heute Überstunden, um uns ihre Lieblingsstücke zu präsentieren und dazu einige Anekdoten zu erzählen.

Generaldirektor Dr. Frank Matthias Kammel ist erst seit 2018 dabei und in gerade einmal anderthalb Jahren haben er und sein Team diese Ausstellung zustande gebracht. Er spricht über seine Aufgabe, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen, aber auch über die Herausforderungen des Hauses an sich: Die Lage abseits vom Schuß, die knappen Gelder.

Das Museum will unter die Leute, neues Publikum anlocken, wegkommen vom Image des Unnahbaren, Angestaubten. Und hat mit dem Thema „Hund“ einen mutigen, ungewohnten Weg eingeschlagen.

Als Künstler verknüpft man Punkte, habe ich neulich erst gelesen. Hier erfahre ich hautnah, wie ein Kunsthistoriker gleichermaßen bestehende, längst vergessene Verknüpfungen freilegt und wiederbelebt. Daß diese Arbeit nicht selten einer spannenden Entdeckungsreise gleicht, das wird in begeisterten Erzählungen spürbar.

Wir sehen Blaublütige und Obdachlose, Popstars und Freaks. Lernen, daß es schon immer Moderassen gab, und daß selbst ein Rapper mitunter stilistische Anleihen bei den Königen vergangener Jahrhunderte nimmt. Schmunzeln über die eine oder andere Unanständigkeit in feinstem Porzellan und die seltsamen Blüten, welche die Liebe zum besten Freund auf vier Pfoten zuweilen treibt.

Und ich gerate immer wieder ins Schwärmen über die gestalterische Leistung der Ausstellungsdesigner, das alles so ansprechend unter einen Hut zu bringen.

Mitgenommen habe ich an dem Abend vor allem zwei Dinge:

Die Begeisterung, mit der die Kuratoren ihren Job ausüben und die sie gerne an ihre Besucher weitergeben. Und den unbedingten Wunsch, bald mit mehr Zeit wiederkommen, um in aller Ruhe die vielen Schätze zu begutachten.

Herzlichen Dank an Dr. Tanja Praske für die Organisation dieses wunderbaren Events und Gratulation an alle Beteiligten. Und natürlich: klare Besuchsempfehlung, gerade auch für die weniger erfahrenen Museumsgeher! Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte an einer Führung teilnehmen und sich auch das Rahmenprogramm anschauen :-)

Ausstellungsinfo:

Treue Freunde. Hunde und Menschen
28. November 2019 – 19. April 2020
Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
Bushaltestelle “Nationalmuseum/Haus der Kunst”, Linie 100
Infos auf der Museums-Website

Facebook · Instagram · Youtube · #BNMArtDogs

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2 Kommentare zu “Was haben Loriot, die Wittelsbacher und Paris Hilton gemeinsam?”

  1. Liebe Birgit,

    ein herzliches Dankeschön für diesen famosen Artikel zum BloggerWalk #BNMArtDogs!
    Wie ich dir schon anderweitig schrieb, du offenbarst uns wieder andere Gedanken zur Ausstellung. Mich freut es ungemein, wenn es uns gelungen ist, das “angestaubte” Image zu entstauben. Und ja, Kuratoren-Führungen im Bayerischen Nationalmuseum sind immer ein besonderer Kulturgenuss, sie leben von der Leidenschaft der Fachleute für ihr Metier!

    Dir alles Gute und Merci!

    Herzlich,
    Tanja (Kultur-Museum-Talk)

    Antworten

    1. Birgit

      Vielen Dank dir, liebe Tanja!

      Ja, das habe ich an dem Abend gelernt und war sehr beeindruckt. Werde künftig speziell nach solchen Führungen Ausschau halten und sie weiterempfehlen.

      Danke für deine – eure leidenschaftliche Arbeit! :-)

      Antworten

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Über Birgit:

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