Diesen Artikel habe ich lang vor mir hergeschoben. Denn er wird höchstwahrscheinlich bei dem einen oder anderen anecken. Vor allem, aber nicht nur bei Heidi-Klum-Fans. Wenn du aber bis zum Ende liest, wirst du vielleicht eine wichtige Erkenntnis haben…
Denn interessanterweise ist die Model-Seite eine der am häufigsten aufgerufenen Pages hier. Es scheint, als wolle heute jeder Model sein.
Nicht unbedingt auf Laufstegen. Aber online, vor der Kamera, im perfekt inszenierten Leben.
Warum ist das so?
Wir leben in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit zur Währung geworden ist. Wir produzieren uns für Instagram&Co. Für Likes, Kommentare, Reichweite – sie vermitteln das Gefühl von Bedeutung und fluten direkt unsere Dopaminrezeptoren. Es ist nachvollziehbar, dass viele Menschen dieses Gefühl suchen, denn gesehen zu werden ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis.
Doch zwischen „angeschaut werden“ und „wirklich gesehen werden“ liegt ein meilenweiter Unterschied.
Sichtbarkeit im digitalen Raum ist schnell, flüchtig und messbar.
Selbstwert hingegen ist leise. Nicht quantifizierbar. Und nicht von außen erzeugbar.
Eine Einladung zur Selbstreflexion
Vielleicht ist das der Grund, warum trotz all der Bilder so viele Menschen das Gefühl haben, nie genug zu sein. Weil die Kamera heute oft dazu dient, ein Ideal zu erschaffen, statt eine Wahrheit zu entdecken.
Es geht nicht mehr darum, wer wir sind. Sondern wie wir wirken.
Das ist der Punkt, an dem wir einmal innehalten und unsere Intention liebevoll hinterfragen dürfen:
Wenn eine Fotosession nur dazu dient, Bestätigung zu sammeln, wird sie zur Bühne. Wenn sie jedoch dazu dient, sich selbst zu begegnen, wird sie zum Spiegel. Und dieser Unterschied ist entscheidend.
Worum es beim Fotoshooting oft geht – und worum es gehen sollte
In meiner Arbeit geht es nicht darum, jemanden „modeln“ zu lassen.
Es geht nicht um Inszenierung oder Perfektion.
Es geht um Präsenz. Um Wahrhaftigkeit. Um die Magie, die passiert, wenn jemand aufhört, etwas darzustellen, und beginnt, einfach im Moment zu sein.
Denn echter Selbstwert entsteht nicht durch Applaus.
Er entsteht durch Annahme des eigenen Seins.
Achtsame Fotografie als Weg zu sich selbst
Eine bewusste Fotosession kann dabei ein kraftvolles Werkzeug sein. Nicht, weil sie ein Phantasiegebilde erschafft. Sondern weil sie sichtbar macht, was längst da ist.
Wenn der Fokus nicht auf „Wie sehen wir aus?“ liegt, sondern auf „Wer sind wir füreinander?“, dann verändert sich alles. Dann geht es nicht um’s Modeln, sondern um Identität.
Und vielleicht ist genau das der Gegenentwurf zur „Modeling-Pandemie“:
Nicht mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Sondern sich selbst zu erkennen.
Wenn das hier mit dir resoniert, dann sollten wir uns vielleicht kennenlernen. :-)
Willst du auf dem Laufenden bleiben?
Über Hundesachen, Fotosachen, München-und-Umgebung-Sachen und jegliche Kombination daraus:
Im Newsletter erfährst du zuerst davon. Natürlich kostenlos und jederzeit kündbar.






